Das Tal der Tempel von Agrigent (im Italienischen Agrigento) ist neben dem Ätna wohl eines der Höhepunkte der Sizilien Landschaft. Agrigento liegt auf einer Hochebne, von der man einen wundervollen Blick auf die Südküste Siziliens genießt. Agrigento wurde im Jahre 582 v. Chr. von einer Gruppe von Kolonisten aus Gela, die unmittelbare Nachkommen der Griechen aus Rhodos und Kreta waren, gegründet.
Das Gebiet war aber schon viel früher besiedelt. Ein weiblicher Schädel, der in der Nähe von Cannatello gefunden wurde, ist eine halbe Million Jahre alt. Weiter entlang der Küste in Richtung Montechiaro wurden Funde eines Dorfes aus der Mittelsteinzeit entdeckt, die aus dem Jahre 6000 v. Chr. stammen. Man vermutet, dass die Sikaner von dieser Zivilisation abstammen.
Das ursprüngliche Akragas wurde von den Römern auf Agrigentum umgetauft und die Sarazenen gaben dem Ort den Namen Girgenti. Seinen heutigen Namen Agrigento erhielt die Stadt erst im Jahre 1927.
Die mittelalterliche Stadt Agrigento ist nicht ohne einen gewissen Charme. Hoch im historischen Zentrum der Stadt thront die romanisch-gotische Kathedrale aus dem vierzehnten Jahrhundert, die bis heute noch einiges von ihrem mittelalterlichen Charakter bewahrt hat. Ebenso sehenswert ist die mittelalterliche Kirche von San Nicola aus dem dreizehnten Jahrhundert. Der griechische Tempel, das Theater und weitere Ruinen, sowie die archäologischen Museen befinden sich etwas außerhalb von Agrigento.
In dem Tal der Tempel findet man nicht nur die Ruinen der zahlreichen Tempel, sondern auch Nekropolen, Häuser, Straßen und alles, was man in einer antiken Stadt erwarten würde. Es gibt auch ein kleines Amphitheater, sowie ein sehr interessantes archäologisches Museum. Leider sind die meisten der Tempel nur mehr Ruinen und überall liegen Reste von Säulen und Steinbrocken verstreut. Ein Teil des Tempels der Hera, der um 450 v. Chr. erbaut wurde, ist aber noch intakt. Der Concardiatempel befindet sich in einem weit besseren Zustand und bietet nachts, wenn er beleuchtet wird, einen unvergleichlichen Anblick.
Unter den Byzantinern und Sarazenen sank die Wichtigkeit von Agrigento stark. Die Normannen erkannten jedoch die Wichtigkeit der Stadt und während ihrer Herrschaft ließen sie in und um die Stadt schöne Kirchen errichten.
Der architektonische Charakter des antiken Agrigento wirkt mehr griechisch als römisch. Der alte Teil von Agrigento steht heute mehr oder weniger in dem Schatten einer modernen Stadt. Das Tal der Tempel, hingegen, bietet mit seinen Olivenhainen und Mandelbäumen eine sehr malerische Atmosphäre.
Entlang der Küste, nur ein paar Kilometer von der eher unattraktiven Hafenstadt Porto Empedocle entfernt, befindet sich eine archäologische Stätte, in der es auch die Ruinen einer römischen Villa zu sehen gibt. Bei Porto Empedocle gibt es einen sehr schönen Strand.
Ratschläge für Besucher von Agrigento:
Probieren Sie unbedingt die einheimische Küche von Agrigento. Abgesehen von einem Besuch im Tal der Tempel und dem archäologische Museum, dem Dom und der Kirche San Nicola gibt es in Agrigento nichts besonderes zu sehen. Ein Tag in Agrigento reicht also völlig aus. Die beste Zeit für einen Besuch in Agrigento sind das Frühjahr oder der Herbst. Zu dieser Jahreszeit ist auch die Landschaft mit ihren Feldern und ihren blühenden Wildblumen am schönsten.